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Wo beginnt die Abzockerei?

Der Schweizer Tourismus leidet unter dem starken Franken und dem schneearmen Winter. Bemühungen, die hohen Preise durch andere Faktoren wettzumachen bleiben aber aus. Im Gegenteil: Die hiesige Preispolitik treibt zeitweise seltsame Blüten. 

 

Es ist Anfangs April, der Frust bei manch einem Skitourengänger über den verkorksten Winter ist noch nicht ganz verfolgen. Umso mehr hoffen viele Alpinisten auf einen einigermassen versöhnlichen Skitourenfrühling. Nach ergiebigen Schneefällen in den vergangenen Tagen und relativ tiefen Temperaturen scheint nun die Zeit für die letzten Pulverabfahrten der Saison gekommen. Ein kurzer Blick auf den Wetterbericht ergibt: Sonne und „pulver gut“ im Wallis – genauer gesagt in Saas Fee und Region. Nichts wie hin.

 

(Fast) alle Bahnen ausser Betrieb

Das Rimpfischhorn via Britanniahütte soll es werden. Nach einer winterlichen Anfahrt am Freitagabend die Übernachtung mit VW-Bus auf einem der zahlreichen Camping. Ein Bus plus eine Person: 35 Franken. Hoppla – wir sind im Wallis!

Am anderen Morgen dann der ernüchternde Blick auf die Anzeigetafel bei der Talstation: Alle Bahnen ausser Betrieb. Der angestrebte Hüttenzustieg via Felskinn-Gondel steht auf der Kippe. Ein Blick ins Internet bringt Klarheit: Infolge Lawinengefahr und Neuschnee alle Bahnen ausser Betrieb. Doch die Bergbahnen haben die Rechnung freundlicherweise nicht ohne die Tourengänger gemacht. Um 16 Uhr fährt für alle Tourengänger eine Extragondel von Saas Fee nach Felskinn, wie die Britanniahütte freundlicherweise via Facebook verkündet. Soweit so kundenfreundlich – könnte man meinen.

 

Stolze Preise

An der Kasse folgte dann gleich die zweite Ernüchterung: Eine einfache Fahrt von Saas Fee zur Bergstation Felskinn kostet stolze 40 Franken. Hoppla Schorsch! Die Diskussion unter den anwesenden Tourengängern und einheimischen Bergführern war lanciert. Ist ein solcher Preis verhältnismässig und gerechtfertigt? Wittern hier die Bergbahnen ein gutes Geschäft, zumal ja absehbar war, dass aufgrund der voll belegten Hütte einige auf diese Fahrt angewiesen waren? Ein Aufstieg über die Piste war aufgrund der Verhältnisse und den potentiellen Arbeiten zwecks Pistenpräparation eine zu gefährliche Alternative gewesen. Zudem wäre die Gondel wohl ohnehin gefahren, musste sie doch einige Pistenbullyfahrer für die Präparationen für den sonnigen Folgetag ohnehin ins Skigebiet befördern.

Ohne mir jetzt anmassen zu wollen beurteilen zu können, ob sich die Bergbahnen mit solchen Preisen eine goldige Nase verdienen oder lediglich die immensen Betriebskosten decken – 40 Franken sind zu viel. Anstelle saftiger Preiserhöhungen wäre wohl eine Portion Freundlichkeit einiger wirksamer, den angeschlagenen Tourismus wieder ins rechte Licht zu rücken.

Was ist Deine Meinung? Sind solche Preise in der Schweiz gerechtfertigt oder einfach nur Abzocke?

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4 comments

  1. Regi 27 Mai, 2016 at 07:00 Antworten

    Das ist der freie Markt: Angebot & Nachfrage.
    Und wenn man sieht, wie viele Menschen sich in dem Gebiet tummeln, kein Wunder.
    Da die Menschen in Saas-Fee von den Touristen leben, kann ich die Preise auch nachvollziehen. Zudem gibt es in diesem Gebiet auch viele ‚billig‘-Touristen aus dem Norden (smile) und dem Osten, welche kaum dem wirtschaftlichen Wachstum mithelfen. Deshalb stimmt für mich der Preis. All jene, welche damit ein Problem haben, sollen unten bleiben.

  2. Tinu 30 April, 2016 at 19:07 Antworten

    🙂
    So ist eben das Wallis.
    Die wissen wohl selbst nicht, wie sie auf solche Preise kommen.
    Sehr warscheinlich hat der CEO der Bergbahnen Sass-Fee am Morgen die Lottomaschine laufen lassen und rausgesprungen ist dann 40 Fr.
    Aber mit einem Walliserdialekt hättest du wohl nur 22.50 bezahlt….
    Ich würde einfach nicht mehr nach Saas Fee gehen.

    Das ist wie im Bundeshaus. Wer sich aufregt hat verloren.

  3. Daniel 30 April, 2016 at 16:56 Antworten

    Geht doch nach Östereich, dann hats mehr Platz für mich und mann muss keine Idioten aus dem Gletscher holen! Ich bezahle auch 50.-

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