Verhandlungstisch in der Vertikalen. Bild: Greenpeace

"Wir sind heute besser vorbereitet"

Im Rahmen der Detox-Outdoor-Kampagne wirft Greenpeace Mammut und anderen Outdoorherstellern vor, nicht konsequent auf Materialien mit PFC zu verzichten. Christian Gisi, Head of Marketing Communications nimmt Stellung zur Kampagne und erklärt, warum Mammut grundsätzlich gleicher Meinung ist, weshalb sich keine Viralität entwickeln konnte, und was die Unterschiede zum Shitstorm von 2011 sind. 

 

Christian Gisi, Mammut war auf den Angriff von Greenpeace dieses Mal sehr gut vorbereitet, haben Sie das Thema kommen sehen?

Wer Greenpeace kennt, der weiss, dass wenn sie sich an einem Thema festgebissen haben, sie dieses auch konsequent bewirtschaften. Die Problematik ist zudem ja auch nicht ganz neu und uns folglich bekannt. Dieses Mal geht es ja anders als 2011 um unsere eigenen Produkte. Insofern ist es logisch, dass wir in diesem Bereich über grosses Know-How verfügen und somit schneller und kompetenter reagieren konnten.

 

Der Shitstorm von 2011 war unkoordinierter als die Detox-Kampagne, hat Mammut damals aber stärker getroffen. War der Ärger dieses Mal weniger authentisch weil zu orchestriert?

Der Ärger über die Mitgliedschaft im Komitee gegen das neue CO2-Gesetzt von 2011 war indirekt auf das Engagement unseres CEO Rolf Schmid bei economiesuisse zurückzuführen. Es war also nur sehrbedingt Teil unserer Geschäftstätigkeit. Insofern hat uns das dazumal unerwarteter getroffen weil wir das nicht als mögliches Issue auf dem Radar hatten. Man muss aber auch sagen, dass das Thema in den Medien enorm gehyped wurde. Im Endeffekt waren es aus unserer Sicht vielleicht 20-30 Personen, die den Stein ins Rollen gebracht haben. Dass dieser Shitstorm eine solche Themenkarriere hingelegt hat, hat sicher auch damit zu tun, dass das Thema „Shitstorm“ in der Schweiz neu und deshalb für die Medien interessant war.

 

Welche Unterschiede und Parallelen zu 2011 stellen Sie aus Perspektive Mammut sonst noch fest?

Bei der Detox-Kampagne geht es um unser Kerngeschäft, die Outdoorbekleidung. Hat also mehr eine technische als eine politische Komponente. Wir sind ja diesbezüglich auch grundsätzlich gleicher Meinung wie Greenpeace. Deshalb haben wir uns auch bereit erklärt, mit Greenpeace zu verhandeln.

 

Welche Auswirkungen hatte die aktuelle Detox-Kampagne auf die Reputation der Marke Mammut aus ihrer Sicht?

Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel Ressourcen in dieses Thema gesteckt. Wir sind darum heute sicher besser aufgestellt und konnten so auch schneller und adäquater reagieren. Schon 2011 haben wir uns aus unserer Sicht wacker geschlagen, haben seither aber vieles dazugelernt.

 

Haben die automatisierten Social Media Posts aus ihrer Sicht dazu beigetragen, dass sich keine echte Empörung entwickeln konnte? 

Das ist ein bekanntes Muster und wird von Greenpeace nicht zum ersten Mal angewendet. Eine hohe Quantität alleine garantiert aber noch keine echte Viralität. Ich glaube, das Thema war ausserdem zu technisch, so dass sich keine grosse Mehrheit damit befassen wollte. Die Detox-Kampagne zielt ausserdem nicht nur auf Mammut, sondern die ganze Outdoor Branche.

 

Christian Gisi. Bild: Rainer Eder

Christian Gisi. Bild: Rainer Eder

Christian Gisi ist Head of Marketing Communications bei Mammut und arbeitet seit 2005  im Unternehmen.

Die Mammut Sports Group AG  ist ein Schweizer Hersteller von Bergsport-, Kletter-, Outdoor- und Schneesport-Ausrüstung mit Sitz in Seon AG.

 

   
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