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Weniger tödliche Bergunfälle in 2014

Der SAC darf erfreuliche Zahlen kommunizieren. 2014 sind in den Schweizer Alpen und im Jura 2456 Personen in eine Notlage geraten und mussten von der Bergrettung geborgen werden. Beim Bergsport sind 96 Menschen tödlich verunfallt, 11 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

 

 

 

 

Die Bergrettungsorganisationen bargen im Kalenderjahr 2014 in den Schweizer Alpen und im Jura 2456 Personen (inklusive der unverletzt Geretteten oder Erkrankten). Diese Bilanz entspricht im Vergleich zum Vorjahr (2553 Beteiligte) einem Rückgang von knapp 4 Prozent. 904 Personen konnten gesund oder nur leicht verletzt gerettet werden. Weniger Notfälle waren bei den meisten klassischen Bergsportarten zu verzeichnen; nur beim Bergwandern sind mit 1007 Betroffenen etwas mehr Personen in eine Notlage geraten (Vorjahr 996). Auch bei den weiteren Bergsportaktivitäten sind die Notfallzahlen im Vergleich zum Vorjahr konstant oder leicht rückläufig, einzig beim Mountain-Biken gab es mehr Notfälle.

Die Zahl der Todesfälle ist mit 162 (Vorjahr 150) deutlich höher. Dies vor allem wegen Erkrankungen, meist als Folge eines Herz-Kreislauf Problems. Beim Bergsport im engeren Sinne [1] kamen bei 86 Unfällen 96 Personen ums Leben, 10 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

 

(Ab)Sturz als häufigste Todesursache

Mehr Bergtote gab es beim Klettern (3) und beim Freeriden/Variantenfahren (9), weniger hingegen beim Tourenskilauf (17), beim Schneeschuhlaufen (1) und auf Hochtouren (17). Beim Bergwandern blieb die Zahl der tödlich verunfallten mit 39 Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr konstant.
Die häufigste Ursache für tödliche Unfälle war bei 65 Opfern ein Sturz oder Absturz. Die meisten Personen stürzten beim Bergwandern tödlich ab (33). Deutlich weniger Bergtote gab es mit 16 Betroffenen durch Lawinen (Vorjahr 25). Des Weiteren starben je drei Berggänger wegen eines Spaltensturzes, durch Blockierung oder Erschöpfung und wegen eines Wechtenabbruchs sowie je eine Person wegen Steinschlag und wegen Materialversagen. Unbekannt ist das Schicksal von zwei Skitourengängern und zwei Bergwandernden: Diese blieben trotz intensiven Suchaktionen vermisst.

Die im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt günstige Bilanz des Berichtsjahres 2014 dürfte zu einem wesentlichen Teil auf die ausgesprochen kühlen und nassen Hochsommermonate Juli und August zurückzuführen sein. Dadurch waren die Tourenaktivitäten während der Hauptsaison im Sommer stark eingeschränkt.

 

NotfälleMonate

Abbildung: SAC CAS

 

NotfällenachUrsache

Abbildung: SAC CAS

 

NotfälleTätigkeit

Abbildung: SAC CAS

 

 

 

Als Bergsport im engeren Sinne werden in dieser Statistik vor allem die Ereignisse beim klassischen Bergsport verstanden, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird. Deshalb sind bei den hier ausgewiesenen Zahlen insbesondere die Todesfälle beim Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Speed-Flying, beim Base-Jumping und bei der Benutzung von Mountainbikes gesondert erfasst. So sind die Zahlen des klassischen Bergsteigens auch über mehrere Jahre vergleichbar.

Die Fachgruppe Sicherheit im Bergsport in eine Vereinigung von Verbänden und Institutionen im Bergsportbereich. Mitglieder sind: Alpine Rettung Schweiz ARS, bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, Bundesamt für Sport BASPO, Kantonale Walliser Rettungsorganisation KWRO, Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee Komp Zen Geb D A, Interessengemeinschaft Kletteranlagen IGKA, Naturfreunde Schweiz NFS, Schweizer Alpen-Club SAC, Schweizer Bergführerverband SBV, Schweizer Wanderwege SWW, Schweizerischer Skiverband Swiss-ski, Verband Bergsportschulen Schweiz VBS, WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF.

Besonders während der häufigen Schlechtwetterphasen im Bergjahr 2014 mit schwierigen Verhältnissen sind viele Berggänger in eine Notlage geraten, weil sie blockiert waren oder sich verirrt hatten. Das kann passieren, könnte aber oftmals vermieden werden.

 

Tipp: Eine gute Tourenplanung ist der Schlüssel zum Erfolg

Egal ob Ski-, Hoch-, Klettertour oder Wanderung: Die Grundlage einer erfolgreichen Bergtour ist eine sorgfältige Tourenplanung. Berücksichtigt werden müssen zuhause und unterwegs das Wetter, die Verhältnisse, die Ausrüstung sowie der „Faktor Mensch“, das heisst physische und psychische Verfassung der Teilnehmenden, Gruppendruck etc. Hilfreich für die Vorbereitung sind die Tourenplanungsformulare auf www.sac-cas.ch/unterwegs/tourenplanung.

   

 

 

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