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Hängebrücke am Schabell nicht gesetzeskonform

Das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus beurteilt die Hängebrücke am Schabell in Elm als nicht gesetzeskonform. Für eine ebenfalls geplante Aussichtsplattform müssen zudem gemäss Urteil neue Pläne eingereicht werden und das Projekt muss neu beurteilt werden. Pro Natura Glarus, mountain wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL sehen diesen Entscheid als Bestätigung, dass der unnötigen Möblierung der Schweizer Bergwelt Grenzen gesetzt sind.

Der Schabellgrat oberhalb von Elm soll touristisch in Wert gesetzt werden. Dazu sind eine Aussichtsplattform direkt unterhalb des Gipfels des 2126 m hohen Schabell, ein gesicherter Gratweg mit einer rund 45 m langen Hängebrücke sowie ein Höhenweg geplant. In einem sanften Ausbau des Schabell-Gratweges und des Höhenwegs sehen Pro Natura Glarus, mountain wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz kein grundsätzliches Problem. Gegen die geplante Hängebrücke sowie die Aussichtsplattform hatten die Natur- und Landschaftsschutzverbände Beschwerde eingereicht, da sie den gesetzlichen Vorgaben für Bauten ausserhalb der Bauzone nicht entsprachen.

Das Glarner Verwaltungsgericht hat vor wenigen Tagen geurteilt, dass diese zwei Bauvorhaben nicht gesetzeskonform sind. Das Urteil bestätigt, dass für Bauten ausserhalb der Bauzonen besonders hohe Ansprüche zu gelten haben: Es muss ein Bedarf nachgewiesen sein und die Bauten müssen standortgebunden sein. Für die Brücke ohne Brückenfunktion, so das Verwaltungsgericht, könne aber kein Bedarf nachgewiesen werden. Deshalb hätten die Behörden die Bewilligung zu Unrecht erteilt. Das Verwaltungsgericht weist zudem darauf hin, dass bei Bauten auf den Bergen und im alpinen Raum besonders hohe Kriterien an deren Standort, Dimension und Architektur zu stellen seien.

Bezüglich der Aussichtsplattform ist gemäss Verwaltungsgericht entscheidend, ob sich die Plattform schonend in die Landschaft integrieren lasse. Beim Projekt sei eine solche Beurteilung mangels detaillierter Plänen nicht möglich. Die Initianten hätten deshalb neue Pläne einzureichen und das für die Bewilligung zuständige Bau- und Umweltdepartement habe das Projekt neu zu beurteilen.

„Das ist ein sehr wichtiger Entscheid für den Natur- und Landschaftsschutz“, freut sich Barbara Fierz, Geschäftsleiterin von Pro Natura Glarus. „Er bestätigt, dass der zunehmenden und unnötigen Möblierung der Bergwelt Grenzen gesetzt sind, welche die Initianten solcher Projekte auch andernorts berücksichtigen müssen.“

 

 

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