Dawn Wall

Spitzenleistung an der "Dawn Wall" wird zum TV-Ereignis

Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson haben sie bezwungen, die fast 1000m hohe „Dawn Wall“ am El Cap im Yosemite Valley in Kalifornien. Das Besondere daran: Sie haben die Route komplett frei geklettert. Eine der grössten Leistungen im Freiklettern, wenn nicht die grösste Überhaupt. Ebenfalls spitze: Die Vermarktung. Wozu führt das?

 

 

Am 15. Januar wurde Klettergeschichte geschrieben. Als erste haben Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson die härteste Mehrseillängenroute der Welt geklettert. Die „Down Wall“. Entsprechend gross war das Echo. Zu den prominentesten Gratulanten gesellte sich kein geringerer als US-Präsident Barak Obama.

Die Leistung der beiden Topkletterer erinnern ihn daran, dass nichts unmöglich sei. Dieser Meinung ist auch Ueli Steck, wie er gegenüber tagesanzeiger.ch erklärt. „Nichts ist unmöglich! Diese Leistung ist aber zweifelsohne eine neue Dimension des Freiklettern“.

 

 

 

   

 
 
Meisterliche Vermarktung
 
Ebenfalls meisterlich ist die Vermarktung der Leistung der Beiden. Während den kompletten 19 Tagen in der Wand konnte konnte das Geschehen live auf den Sozialen Medien verfolgt werden, die letzten Seillängen wurden gar im Live-Stream übertragen und erinnerten in der Aufmachung gar an Welthistorische Ereignisse im Stile einer Mondlandung. Mehre Angehörige und Schaulustige verfolgten die beiden mit Fernrohren vom Talboden aus.
 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mediale Begleitung im Stile eines WM-Final
 
Soweit so gut! Der Klettersport rückt so in den Fokus der breiten Weltöffentlichkeit. Mehr Kletterbegeisterte werden in die Natur strömen, auch ins Yosemite Valley. Den Ort, den auch Tommy Caldwell so liebt. Geschicktes Marketing könnte man sagen. Doch birgt diese Art der Vermarktung auch Gefahren. Das Freiklettern verkommt so immer mehr zum Mainstream, und verliert so Schritt für Schritt einen Teil seines Ursprungs. Einsame Tage am Fels in unberührter Natur, gerade im Yosemite scheinen diese Tage längst Vergangenheit. Längst sind die einschlägigen Kletterspots von Breitensportlern überlaufen, dies wird sich nach den jüngsten Ereignissen kaum ändern.
 
 

 

 
 

 

 

 
 
 
 
 
Die Leistung von Caldwell und Jorgeson ist zweifelsohne einmalig. Vielleicht sind es eben gerade auch diese schier unmenschlichen Höchstleistungen, die eben auch einen Teil der Faszination Klettern ausmachen. Die Gefühle dabei sind gemischt. Spätestens dann, wenn ein Ereignis wie die Begehung der „Dawn Wall“ zu einem TV-Ereignis à la WM-Final verkommt.
 
Was ist Deine Meinung dazu? Ist die Vermarktung dem Ereignis angemessen oder braucht es das gar nicht im Klettern? Schreib uns deinen Kommentar!
 
 
 
 
 
Live-Interview vom Basecamp im Yosemite Valley:
 
 
 
 
Nichtsdestotrotz: Hier gehts zu einer tollen Visualisierung der NY-Times.
 
 
Profile photo of Manuel Scherrer

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