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Dani Arnold schafft erste Wiederholung von "Anubis"

Dani Arnold lässt sich nicht einwickeln und wiederholt „Anubis“ am Ben Nevis im Winter. In der altgriechischen Mythologie steht der schwarze Hund Anubis für die Mumifizierung und die Totenriten, für Liebhaber extrem schwerer Kletter-Touren ist der Name jedoch fest mit einer ernsthaften Route in Schottland verbunden.

 

Im Jahre 2010 kletterte der Schotte Dave MacLeod die kühne Linie das erste Mal im Winter, nachdem er sie im Sommer erstbegangen hatte. Dani Arnold konnte bereits mit „The Hurting“ ein Testpiece von MacLeod klettern und sichert sich nach erbittertem Kampf nun die erste Wiederholung der vielleicht schwersten Mixed-Route der britischen Inseln.

„Es gibt Orte, an die es sich immer wieder lohnt, zurück zu kehren. Einer davon ist Schottland. Ende Januar 2016 war ich mit meinen Brüdern Mario und Matthias zum Winterbergsteigen dort. An einem Tag versuchte ich die Route „Anubis“ zu klettern, die bislang keine Wiederholung erhalten hatte. Die Route hat keine Bohrhaken, das heisst jede Sicherung muss selbst gelegt werden: mit Schlingen, Keilen, Friends und Hexentrics (Klemmgeräte) ist „Anubis“ zwar abzusichern, doch man darf auf keinen Fall am falschen Ort stürzen.

«Leider stürzt ich in der Schlüsselstelle.»

 

Normalerweise sind schottische Mixed-Routen, die im Sommer geklettert werden nicht extrem schwer – im Gegensatz zur Winterbegehung.  „Anubis“ hingegen konnte sogar im Sommer noch nicht wiederholt werden und ist mit der Bewertung von E8/6c (Französisch: 8a+; UIAA: 10-) eine sehr ambitionierte Tour. Wer sich mit traditioneller Absicherung schon mal an diesen Grad gewagt hat, weiss was das heisst.

Leider stürzte ich in der Schlüsselstelle. Ich versuchte es gleich nochmal und konnte diese grandiose Linie fast bis zum Schluss klettern. Ein ausgebrochener Hook (Felshaken zur Sicherung) verhinderte leider, dass ich meine schwierigste Mixed-Route durchsteigen konnte. Danach wurde es zu warm und ein weiterer Versuch war leider unmöglich. Ich fand mich damit ab, dass es wohl dieses Jahr keinen Versuch mehr geben würde, habe den Kontinent gewechselt und bin nach Kanada geflogen.

 

original

 

Gleich nach der Rückkehr in die Schweiz checkte ich nochmals das Wetter für Schottland. Tiefe Temperaturen, leichter Schneefall und Wind! Noch ziemlich angeschlagen von meinem intensiven Trip wusste ich jedoch nicht, ob es Sinn machen würde oder nicht. Nach anderthalb Monaten Mixed-Klettern war ich aber immer noch motiviert und entschied mich, es erneut zu versuchen. Dieses Mal war mein Freund Lukas Hinterberger, ein junger und talentierter Schweizer Bergsteiger, als Seilpartner mit dabei.

 

 

«Ich war überglücklich und auch ein wenig stolz, diese aussergewöhnliche Route geklettert zu haben.»

 

Es war einer der perfekten Tage. Im ersten Versuch stürzte ich erneut im Dach, doch dann blieben meine Steigeisen und Eisgeräte auf den kleinen Leisten auch an den steilsten Stellen hängen und ich kletterte meine bisher schwierigste Mixed-Route.

Nach dem erfolgreichen Durchstieg geniessen Lukas und ich am Gipfel die Abendstimmung, die Sonne schimmert durch den Nebel und alle Wände sind weiss verschneit wie in einem Märchen. Ich war überglücklich und auch ein wenig stolz, diese aussergewöhnliche Route geklettert zu haben. Nun kann der Frühling kommen…“

Quelle: Mammut

 

 

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