GRM

Skitourenguru.ch automatisiert die Grafische Reduktionsmethode für Skitouren - praktisch & gefährlich zugleich

Das richtige Einschätzen von Gefahren und Abwägen von Risiken sind bei der Skitourenplanung elementar. Eine Online-Plattform bewertet nun ausgewählte Touren automatisiert nach der Grafische Reduktionsmethode GRM. Das ist praktisch, birgt aber auch Risiken.

 

Der Bergsport ist für viele Alpinisten eine Leidenschaft. Und zu einer Leidenschaft gehören auch Rituale. Eines dieser Rituale vor einer Skitour ist das Planen der gesamten Tour. Doch der Prozess der Tourenplanung ist mehr als nur Ritual, es ist ein unverzichtbares, sicherheitsrelevantes Element. Wer seine Planung nicht mit dem Lawinenbulletin gegencheckt, geht ein unnötiges Risiko ein. Dies soll nun anhand automatisierter Bewertungsmuster verhindert werden.

 

Viele Faktoren entscheiden

Ob eine Route wie geplant durchgeführt werden kann, hängt von vielen Faktoren ab. In erster Linie von Gelände, den Schneeverhältnissen aber auch vom Wetter und dem Temperaturverlauf. All diese Faktoren müssen manuell zusammengetragen werden. Man entnimmt sie dem Bulletin, dem Wetterbericht, misst Hangneigungen auf der Karte und eruiert Schlüsselstellen. Ein wichtiger Prozess in der Tourenplanung.

 

Bewertung der einzelnen Routenabschnitte anhand der Farben aus dem 3x3

Bewertung der einzelnen Routenabschnitte anhand der Farben aus dem 3×3

 

Digitalisierung der Grafische Reduktionsmethode GRM

Das Online-Portal skitourenguru.ch hat sich nun zum Ziel gesetzt, diesen Prozess zu automatisieren. Dazu wurde eine Datenbank von Momentan 250 Skitouren angelegt, allesamt einsehbar mittels eines Layers auf map.geo.admin.ch. Die echte Innovation ist aber die Bewertung der Route anhand des Grafische Reduktionsmethode GRM. Dieses berücksichtigt einerseits die Gefahrenstufe gemäss SLF-Bulletin, und zum anderen die Hangneigung, je nach Gefahrenstufe nur einzelne Stellen des Geländes oder gleich den ganzen Hang.

 

Unzählige Daten aus einer Hand

So wird jeder Abschnitt der Route unter Berücksichtigung der möglichen Gefahren einzeln nach dem Ampelfarben-Prinzip bewertet. Ein praktisches Feature, weisst es einem doch sofort auf die Gefahrenstellen hin. Doch damit nicht genug. Sofern Messdaten vorhanden soll auch gleich die Schneehöhe im Gebiet angezeigt werden, inkl. Neuschneemengen. Ebenfalls vorhanden das entsprechende Höhenprofil der Tour. Die Vorteile des Tools liegen zweifelsohne auf der Hand, es birgt aber auch Gefahren.

 

Auch zusätzliche Medadaten wie die Schneehöhe werden durch den Layer direkt dargestellt

Auch zusätzliche Medadaten wie die Schneehöhe werden durch den Layer direkt dargestellt

 

Kein Ersatz für die herkömmliche Tourenplanung

Der Versuch liegt nahe, die Informationen nicht mehr selbst  selbst zu beschaffen sondern sich auf die automatisierten Angaben zu verlassen. Doch das Verhalten der Natur basiert nicht auf einem Algorithmus, sei dieser noch so gut. Während automatische Interpretationen von Messdaten Sinn machen (können), spielen bei einer Bergtour immer auch Faktoren eine Rolle, die nicht vorhergesehen werden. Beispielsweise objektive Gefahren, die Gefahr eines Absturzes, plötzlicher Wetterumschwung oder Orientierungslosigkeit im Nebel. Ganz zu schweigen davon dass eine gute Planung allein nicht reicht. Auch die Erfahrung was im Falle eines Lawinenunfalls zu tun ist ist elementar. Dessen sind sich die Macher von skitourenguru.ch aber durchaus bewusst, und weisen auch entsprechend darauf hin.

Abschliessend bleibt zu sagen: dass dieses Tool sicher Potential hat, es einem die Tourenplanung auch erleichtern kann. Es muss aber zwingend als Ergänzung betrachtet werden und darf keines Falls als Ersatz für die herkömmliche Tourenplanung in Betracht gezogen werden. Nur so kann das Risiko, welches zweifelsohne besteht auch wirklich auf das Minimum reduziert werden.

 

Den Layer direkt im Kartenbrowser findet ihr hier.

 

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3 comments

  1. Günter Schmudlach 3 Februar, 2015 at 11:27 Antworten

    Achtung: Der Artikel zum http://www.skitourenguru.ch weist leider einen gewichtigen (6 mal repetierten Fehler) auf. Skitourenguru basiert nicht auf der 3×3 Methode, sondern auf der Graphischen Reduktionsmethode (GRM). Das sind 2 komplett unterschiedeliche paar Schuhe. Ist es möglich das zu korrigieren?

    Auf der Web-Page http://www.skitourenguru.ch ist dies alles genau dokumentiert. Es finden sich dort Links zur 3×3 und zur GRM. Auch sind eine ganze Reihe wichtiger Einschränkungen zum Skitourenguru beschrieben:
    http://www.skitourenguru.ch/index.php/erkluerungen

      • Günter Schmudlach 3 Februar, 2015 at 12:30 Antworten

        Vielen Dank!

        Ansonsten ist die Beschreibung angemessen. Ausser vielleicht der Titel. Gefährlich sind nämlich die Berge und allenfalls die falsche Anwendung eines Hilfsmittels, aber nicht die GRM (oder der Skitourenguru) an und für sich.

        Es spricht also alles für die richtige Anwendung der Hilfsmittel! Das haben wir am Beispiel der LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) gelernt. Es taugt nicht viel, um Lawinen zu verhindern, sondern ist für den unbedingt zu vermeidenden Worst-Case gedacht. Es gab und gibt aber immer noch Leute, die finden das LVS (wegen der sogenannten Risiko-Kompensation) gefährlich.
        Das gleiche gilt für Skitourenguru: Skitourenguru taugt dazu die Planung der falschen (roten) Skitour zu Hause zu verhindern. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
        Klar es wird immer Leute geben, die die Verpackungsbeilage zum Hilfsmittel nicht lesen. Werner Munter schlägt vor ein „Menschenrecht aufs Risko“ (http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Risiko-ist-ein-Menschenrecht/story/19390762) in die UNO-Charta aufzunehmen. Eine schöne, lustige Idee. Im Endeffekt sind wir entweder freie, mündige und selbstverantwortliche Bürger oder… Nein, daran will ich lieber nicht denken!

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